Sicherheit in der Arzneimittel-Therapie

Die Wissenschaft kennt bisher über 5.000 Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln, sogenannte Interaktionen.

Medikamente können also gegenseitig ihre Wirkungen, aber auch ihre Nebenwirkungen, verstärken. Jeder sechste Apothekenkunde ist von einer oder mehreren unterschiedlich ausgeprägten Interaktion betroffen. Die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen wächst mit der Anzahl gleichzeitig eingenommener Arzneimittel, mit dem Alter des Patienten und mit der Anzahl der verschreibenden Ärzte. In der Apotheke kann durch Speicherung der individuellen Medikationhistorie geholfen werden, Wechselwirkungen zu vermeiden.

Bei jedem 200sten Apothekenkunden kann die Interaktion schwerwiegende Folgen haben. Das bedeutet, dass die betreffenden Medikamente definitiv nicht zusammen eingenommen werden dürfen, da sich sich sonst für den Patienten eine eventuell sogar lebensbedrohliche Situation einstellen könnte. Pro Jahr kommen über 870.000 solcher Interaktionen in bayerischen Apotheken vor (in der Erhebung traten zum Teil mehrere Interaktionen pro Patient auf). Durchschnittlich deckt eine öffentliche Apotheke jeden Tag eine dieser lebensbedrohlichen Interaktionen auf und klärt sie mit dem Arzt ab, falls erforderlich.

Wechselwirkungen treten nicht nur bei verschreibungspflichtigen Medikamenten auf. Bei jedem 8. betroffenen Kunden ist ein Arzneimittel aus der Selbstmedikation beteiligt. Besonders häufig handelt es sich um Schmerzmittel, Mineralstoffpräparate und Johanniskrautprodukte.